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TxT · № 6

Ein Wohnhaus an bester Lage. Aber mit dem Komfort aus einem vergangenen Jahrhundert. Das ehemalige Bauernhaus bei der Kinderfestwiese musste umfassend saniert werden und bot Raum für einen Ausbau. Um dessen Charme zu bewahren, musste der Architekt dabei äusserst behutsam vorgehen.




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Dokumentation Hochbauamt, 2012 | N° 164
November 2012
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Umbau und Sanierung Höggersbergweg 2

Das unscheinbare, verträumte Häuschen im Biedermeierstil liegt am westlichen Rand der Kinderfestwiese, kurz bevor die Landschaft steil in Richtung Hätterenwald abfällt. Das ehemalige Bauernhaus wies eine klassische Dreiteilung auf: Wohnteil, Kuhstall und Scheune mit Wageneinfahrt. In den Wohnungen lebten über lange Jahre dieselben Mieter, die sich mit dem rudimentären Ausbau des verwunschenen Häuschens an bester Lage arrangiert hatten.

Nachdem die letzte Mieterin verstorben war und die Scheune nicht mehr als Lager für das Kinderfest benötigt wurde, konnte das Haus einem Umbau unterzogen werden. Die beiden ehemals getrennten Stockwerke wurden zu einer Wohnung zusammengelegt und im Ökonomieteil eine zusätzliche Wohneinheit eingebaut. In Anlehnung an die bäuerliche Vergangenheit des Hauses ist der Ausbau einfach gehalten.

Nachdem die letzte Mieterin verstorben war und die Scheune nicht mehr als Lager für das Kinderfest benötigt wurde, konnte das Haus einem Umbau unterzogen werden. Die beiden ehemals getrennten Stockwerke wurden zu einer Wohnung zusammengelegt und im Ökonomieteil eine zusätzliche Wohneinheit eingebaut. In Anlehnung an die bäuerliche Vergangenheit des Hauses ist der Ausbau einfach gehalten.

Neue Technik in altem Kleid

Struktur und Konstruktion des Gebäudes waren gut erhalten und der Kreuzgrundriss im Wohnhaus klar ersichtlich. Es zeigten sich fast keine stilfremden Elemente oder Eingriffe in den Fassaden. Selbst der Innenausbau stammte weitgehend aus der Zeit der Erstellung im späten 19. Jarhundert. Die Substanz gab die Grenzen des Umbaus vor und sie bestimmte auch den Charakter der neuen Bauteile. In enger Anlehnung an den Bestand hat Architekt Paul Knill aus Herisau die neuen Elemente entwickelt. Trotz ihres zeitgenössischen Ausdrucks ist die Verwandtschaft mit der ursprünglichen Erscheinung immer ersichtlich.

Gekonnt wurde die Fassade um Öffnungen Erdgeschoss mit Umgebung Hausteil West; Küche ergänzt, die sich aus der Ordnung des Wohnteils und der konstruktiven Logik der Scheune ableiten. Viele Details mussten direkt auf der Baustelle gelöst werden. Besonders der Ausbau im Ökonomieteil erforderte ein hohes Einfühlungsvermögen und eine Vertrautheit mit den Eigenheiten des Gebäudes. Es ist diesem behutsamen Vorgehen zu verdanken, dass das Haus nach der Sanierung nun zeitgemässen Raum für zwei Familien bietet und dennoch nichts von seinem Charakter verloren hat.


Marko Sauer am, 26 11 2012

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